Digitalisierung im Gesundheitswesen: Elektronische Patientenakte soll ab 2026 Standard werden
Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens schreitet weiter voran. Ein zentraler Baustein ist die elektronische Patientenakte (ePA), die künftig eine deutlich größere Rolle im medizinischen Alltag spielen soll. Nach aktuellen gesetzlichen Planungen soll die Nutzung der ePA perspektivisch zum Standard in der Versorgung werden.
Hintergrund der Reform
Mit der elektronischen Patientenakte verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, medizinische Informationen besser verfügbar zu machen und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern zu verbessern. Befunde, Diagnosen, Medikationspläne und Arztberichte sollen digital gespeichert und bei Bedarf von behandelnden Ärzten eingesehen werden können.
Die Bundesregierung plant, die Nutzung der ePA schrittweise auszuweiten. Versicherte sollen künftig automatisch eine elektronische Patientenakte erhalten, sofern sie dem nicht aktiv widersprechen (sogenanntes Opt-out-Modell).
Chancen für Patienten und Leistungserbringer
Befürworter der Reform sehen vor allem Vorteile in der verbesserten Informationsverfügbarkeit. Doppeluntersuchungen könnten vermieden und medizinische Entscheidungen auf Grundlage vollständigerer Daten getroffen werden.
Auch für Krankenhäuser und Arztpraxen kann die ePA administrative Prozesse erleichtern. Befunde und Dokumentationen müssen nicht mehr mehrfach übermittelt werden, sondern können zentral bereitgestellt werden.
Datenschutz und rechtliche Herausforderungen
Gleichzeitig wirft die elektronische Patientenakte auch rechtliche Fragen auf. Besonders im Fokus stehen datenschutzrechtliche Aspekte sowie die Frage, wer Zugriff auf welche Informationen erhält.
Für Ärzte und Krankenhäuser ergeben sich neue Anforderungen an die Dokumentation und den Umgang mit digitalen Gesundheitsdaten. Auch haftungsrechtliche Fragestellungen können sich ergeben, etwa wenn relevante Informationen in der ePA vorhanden sind, aber im Behandlungsprozess nicht berücksichtigt werden.
Bedeutung für das Medizinrecht
Die zunehmende Digitalisierung wird das Medizinrecht in den kommenden Jahren deutlich prägen. Themen wie Datenschutz, Dokumentationspflichten und Verantwortlichkeiten bei digital verfügbaren Gesundheitsdaten gewinnen an Bedeutung.
Für Leistungserbringer im Gesundheitswesen wird es daher immer wichtiger, die rechtlichen Rahmenbedingungen der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen zu kennen und bei der praktischen Umsetzung zu berücksichtigen.


